Definition Was ist ein DLP-Projektor?

Von zeroshope

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DLP-Projektoren erzeugen Bilder mit der Hilfe von Mikrospiegeln, die sich in einer erwünschten Weise kippen lassen. Das Verfahren ist weit verbreitet und kommt beispielsweise im Kino zum Einsatz, hat aber diverse Einschränkungen.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ein DLP-Projektor ist ein Gerät, das Bilder dadurch projiziert, dass digitales Licht verarbeitet wird. Die Abkürzung steht für das entsprechende englische Wort „Digital Light Processing“ (digitale Lichtverarbeitung). Die Besonderheit der von der US-amerikanischen Firma Texas Instruments (TI) entwickelten Lösung ist, dass sie das Bild nicht auf eine Oberfläche überträgt, sondern auch einen Lichtstrahl moduliert. Was kompliziert klingt, ist eigentlich nur der geschickte Einsatz von Spiegeln.

So funktioniert ein DLP-Projektor

DLP-Projektoren enthalten Millionen Mikrospiegel, die auf kleinstem Raum untergebracht sind. Dabei ist jeder Spiegel ist beweglich (kippbar). Wenn ein Lichtstrahl ihn erreicht, kann er deshalb das Licht entweder auf ein Ziel (die Projektionsfläche) ablenken oder passieren lassen. Sie kennen den Effekt im Sommer vielleicht von Ihrer Uhr oder Ihrem Handy: Sie lenken Sonnenstrahl über das Display an eine Wand oder einen Gegenstand ab. Sie können den Zielort und die Form des Kegels dabei durch Bewegungen beeinflussen.

Im Projektor fungiert ein Spiegel als ein Bildpunkt (Pixel). Leitet er das Licht weiter, unterstützt er die Darstellung. Tut er es nicht, bleibt der Bereich schwarz. Dies hat den Effekt, dass die Projektion sehr scharf erscheint, weil tatsächlich jeden Bruchteil einer Sekunde die Pixel neu entstehen. Inzwischen erreichen die Spiegel 9.000 Bewegungen pro Sekunde. Auch sehr feine Übergänge lassen sich auf diese Weise für das menschliche Auge nahtlos darstellen.

Das Problem der Farben

Von Hause aus kann ein entsprechender Projektor allerdings nur Schwarz-Weiß-Bilder darstellen. Für die Projektion von Farben mussten Behelfslösungen entwickelt werden. Diese sind:

  • 3-Chips: Die Birne hat drei Grundfarben, die zeitgleich strahlen. Jeder Spiegel hat einen Chip, der sich darauf einstellen lässt, wie er das Farb-Trio brechen soll. Die Projektion ist sauber, allerdings ausgesprochen aufwendig.
  • 1-Chip bzw. Single-Chip: Eine Lampe strahlt nacheinander unterschiedliche Farben ab; die Spiegel reagieren entsprechend. Der Aufwand ist vergleichbar klein. Dafür sind die Bilder verwaschen. Es kommt zu sogenannten Regenbogenartefakten.
  • RGB-LEDs: Zusätzlich zum Single-Chip kommen inzwischen schnell schaltende LEDs zum Einsatz, die in roter, grüner und blauer Farbe strahlen. Dies verbessert das Problem der Artefakte, löst es aber nicht.
  • mechanisches Farbrad: Bei der Projektion wird regelmäßig die Grundfarbe über ein mechanisches Farbrad gewechselt. Dies vermindert das Problem der Regenbogenartefakte weiter.
  • Laser: Sie stehen in unterschiedlichen Farben mit fließenden Übergängen zur Verfügung; sie sorgen allerdings für eine große Hitzeentwicklung.
  • Shift: Ein Spiegel zeigt abwechselnd zwei separate Pixel. Dies erhöht Auflösung und die Kontraste.

Mittel- und langfristig hat die Technologie außerdem mit dem Problem zu kämpfen, dass es eine physikalische Grenze für die Zahl der Spiegelbewegungen gibt. Sobald sich 8K durchsetzt, könnte sich diese Schwierigkeit stark auswirken.

DLP-Beamer sind sehr beliebt und kommen im Bildungssektor, Geschäftsbereich oder Home-Entertainment zum Einsatz. Und sogar 85 Prozent der Kinos weltweit verwenden DLP-Projektoren.

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